Karoliina Korkeaoja¶
Karoliina „Karo“ Korkeaoja bezeichnet sich selbst als stolze Finnin. Sie ist Hyperphysikerin sowie Chefwissenschaftlerin und Erster Offizier der DREAMCATCHER. Offiziell gehört sie nicht zur Flotte, sondern befindet sich als direkt von Nathalie Kemp-Barrington angeworbene Zivilistin an Bord.
Aussehen¶
Karo wird bei ihrem ersten Auftreten als junge blonde Frau beschrieben. Sie hat auffällig blaue Augen; die Iris-Displays in Form von Kontaktlinsen verstärken deren Farbe optisch so weit, dass Nathalie sie mit einem Ozean vergleicht. Ihr blondes Haar trägt Karo häufig mit schwarzen Haarklammern zurückgesteckt, damit es ihr bei der Arbeit nicht in die Holos fällt. Im Epilog verwendet sie dafür wie üblich zwei Klammern.
Karo ist kleiner als Nathalie. Eine Bewohnerin Istreths ist einige Zentimeter größer als Karo und reicht Nathalie dennoch nur bis zu den Augen; exakte Körpergrößen werden nicht genannt.
Als Zivilistin trägt Karo während der Haupthandlung die Kleidung der wissenschaftlichen Abteilung, jedoch keine Rangabzeichen. Im Epilog erscheint sie in einer tiefblauen Uniform dieser Abteilung. Die auf Istreth an Gesicht und Hals sichtbaren, später abblätternden Schuppen sind Teil ihrer Tarnung und kein natürliches Merkmal. Das zerzauste Haar während ihrer Gefangenschaft ist ein vorübergehender Zustand.
Deckname auf Istreth¶
Karva ist Karos Deckname auf Istreth. Der Name erscheint im Manuskript nur einmal: Nathalie spricht bei der versuchten Rettung vor der „Reinigung“ davon, dass Karva behaupte, die Bewohner würden belogen. Inhaltlich verweist sie damit auf Karos öffentliche Aussagen vom Vorabend. Eine ausdrückliche Einführung des Decknamens zeigt der Text nicht; die Zuordnung zu Karo ist durch Autorenfestlegung bestätigt. Der gemeinsam mit ihr festgenommene dissidente Redner bleibt namenlos.
Dienststellung¶
Sie promovierte mit Bravour an der Universität in Joensuu und folgte Nathalies Anwerbung für die DREAMCATCHER ohne Zögern.
Karo beschreibt die Arbeitsbedingungen ihres Wissenschaftsteams als ungewöhnlich frei. Nathalie akzeptiert fachlich begründete Zeitangaben, übt keinen permanenten Druck aus und hilft selbst mit, wenn Arbeit tatsächlich beschleunigt werden muss.
Alltag und Interessen¶
Karo kann nach eigener Aussage kaum kochen und behauptet, selbst Nudelwasser anbrennen zu lassen. Während ihres Studiums ernährte sie sich häufig von Brot. Sie kennt den Filmbezug „Passierschein A38“, obwohl der zugehörige Film zum Zeitpunkt der Handlung fast einhundert Jahre alt ist.
Sie ist mehr als zehn Jahre jünger als Amber Wilkins. Die relative Angabe legt kein exaktes Geburtsjahr fest.
Am Abend vor dem Absturz hilft sie Amber Wilkins bei Nathalies Geburtstagstorte, findet unter anderem Spritzbeutel und eine Backpalette und beteiligt sich am Scherz mit Ensign Massey.
Herkunft und Kindheit¶
Karo wuchs in Kitee an einem See auf. Ihr Großvater, den sie als „Vaari“ bezeichnet, besaß dort eine alte Hütte mit einem Boot mit Dieselmotor. Seit ihrem fünften Lebensjahr half sie ihm bei dessen Reparatur. Nach jahrelanger Arbeit fuhren beide damit auf den See und hörten Metal von alten CDs.
Ereignisse in Kapitel 2¶
Nach dem Absturz kommt Karo mit einem verletzten Knie, einer vermutlich geprellten Hand beziehungsweise einem geprellten Handgelenk und einer Gehirnerschütterung zu sich. Sie versorgt Nathalie mit Alpha-Morphin und organisiert unterstützende Bordkombinationen. Gemeinsam fahren beide die Solarkollektoren der DREAMCATCHER manuell aus.
In Kapitel 3 versucht Karo erfolglos, über Hyperfunk einen Notruf abzusetzen. Sie baut außerdem aus vorhandener Sondentechnik ein kleines rotorgetriebenes Erkundungsgerät mit normaloptischer Kamera, normalem Funk und Deflektor. Dessen Aufnahmen zeigen ein nahegelegenes Dorf und eine ungewöhnliche Schwebebahn.
In Kapitel 4 begleitet sie Nathalie in einem AIGIS-Anzug in das Dorf. Ihr Anzug behandelt die Knieverletzung mit einem Kortison-Cocktail. Karo hält eine Zeitreise über den von der normalen Zeit losgelösten Hyperraum theoretisch für möglich, verwirft aber eine entsprechende Erklärung für die beobachtete Siedlung nicht abschließend.
Konflikt mit Jukka Eskelinen¶
Während ihres Studiums in Joensuu verbrachte Karo ein Semester in Helsinki und wurde mit elf weiteren Studierenden in ein angesehenes Seminar von Professor Jukka Eskelinen aufgenommen. Nach ungefähr drei Monaten zweifelte sie dessen Erklärung einer Serie tödlicher Erdbeben an.
Karo kam anhand eigener Modelle zu dem Schluss, die Beben seien ab 2042 durch illegale Tests von Gravitationswaffen verursacht worden. Ihre zentrale Schlussfolgerung ist nach Autorenfestlegung korrekt, innerhalb der Romanwelt aber nicht bewiesen. Nach ihrer Darstellung wollte Eskelinen die Tests verschleiern, stellte sie nach einer vorsichtigen Konfrontation als Lügnerin und unzurechnungsfähig dar und beschädigte ihren fachlichen Ruf. Ob Eskelinen tatsächlich beteiligt war und die positiven Peer-Reviews gekauft wurden, bleibt weiterhin nur durch Karos Bericht behauptet.
Seitdem bevorzugt sie für viele Arbeiten Papier, weil selbst niedergeschriebene und mitgeführte Daten ihrer Ansicht nach schwerer zu manipulieren sind.
Festnahme in Gizglen¶
Am 15. September widerspricht Karo bei einer dissidenten Versammlung öffentlich der offiziellen Darstellung Istreths. Sie erklärt den Mond und die Turmmaschine für Täuschungen und spricht von Satelliten um den Planeten. Damit verrät sie unbeabsichtigt ihre außerplanetare Perspektive. Wachen nehmen sie zusammen mit dem Redner fest; ein Silberner kündigt ihre „Reinigung“ für den folgenden Abend an.
In der Haft hält Karo an ihren Aussagen fest. Am folgenden Abend wird sie zusammen mit sechs weiteren Gefangenen von blauen Strahlen erfasst und auf eine zitharische Orbitalstation transportiert. Dort arbeitet sie an moderner Technologie und begegnet Nathalie am 18. Oktober wieder.
Bis zum 5. November beginnen Karo und Nathalie eine Liebesbeziehung. Im Epilog begleitet Karo die ORACULUM als Zivilistin in der wissenschaftlichen Abteilung; sie tritt weiterhin nicht offiziell in die Flotte ein. Nach verbindlicher Autorenfestlegung ist sie dort Chefwissenschaftlerin. DREAMCATCHER nennt den Titel noch nicht ausdrücklich; Band 4 soll ihn als Romankanon etablieren.